Soziale Werte, Dankbarkeit und Verantwortungsbewusstsein

Johann Wittmann, Firmengründer von Wittmann Entsorgungswirtschaft GmbH, feierte am 29.03.2011 seinen achtzigsten Geburtstag. Bereits im Alter von 26 Jahren gründete er am 1. April 1957 das Familienunternehmen, das noch heute seinen Firmensitz in Gräfelfing bei München hat. Was einst mit Saugwagen und Hochdruckreinigern begann, hat sich mittlerweile als erfolgreiche Firma mit der kompletten Dienstleistungspalette eines Gesamtentsorgers etabliert.

Johann Wittmann

Herr Wittmann, welche Werte haben Sie bis heute in Ihrem Leben begleitet?
J.W.
: Für mich war es immer enorm wichtig, fundiert, erfolgsorientiert und sozial zu arbeiten. Als „Kriegskind“ lag mir vor allem eine menschliche und gerechte Einstellung im Umgang mit anderen Menschen am Herzen. Dazu zählen auch ein starkes soziales Engagement, eine loyale Grundhaltung sowie Zuverlässigkeit und Beständigkeit im privaten und beruflichen Bereich.

Was fällt Ihnen zum Begriff „Paradigmenwechsel“ ein?
J.W.
: Ich habe den Eindruck, dass sich unsere Gesellschaft verändert. Viele Bürger denken in erster Linie an sich selbst und achten weniger auf ihren Nächsten. Diesen Wandel kann man in fast allen Lebensbereichen, wie etwa Politik, Wirtschaft und im sozialen Umfeld beobachten. Während die Verantwortung gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen abnimmt, nimmt das Anspruchsdenken massiv zu. Dieses Phänomen können Sie vor allem in Konzernen wahrnehmen. Wirtschaftsbosse streichen astronomische Jahresgehälter ein und entlassen gleichzeitig Personal oder reduzieren die Gehälter.

Wie sah Ihr Erfolgskonzept aus?
J.W.
: Eine meiner stärksten Eigenschaften war eine kontinuierliche Zielstrebigkeit, kombiniert mit Ausdauer, Fleiß und der klaren Vision, die Wittmann Entsorgungswirtschaft GmbH nach vorne zu bringen. Aus einem Traum wurde ein Wunsch und daraus ein Ziel, das es zu erreichen galt. Mein Dank gilt dabei meiner Gattin, denn hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.

Wenn Sie Ihr Leben nochmals von vorne beginnen könnten, was würden Sie ändern?
J.W.
: Natürlich gibt es Fehler, die man begeht. Die Frage ist, was man daraus lernt und ob man diesen Fehler ein zweites Mal macht. Was das angeht, so möchte ich sagen, dass ich glaube, immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. Ich bin mit meinen erreichten Lebenszielen zufrieden und kann entspannt zurück blicken.

Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind?
J.W.: Das, was viele Jungen fasziniert, bevor Sie letztlich ihre reelle berufliche Laufbahn einschlagen. Ich habe davon geträumt, Pilot zu werden. Die Welt aus der Luft zu betrachten und fremde Länder zu entdecken, stellte ich mir spannend vor. Auch die Technik, die in einem Flugzeug steckt, hat mich interessiert.

Worüber können Sie lachen?
J.W.: Über einen gut erzählten Witz mit herzhafter Pointe schmunzle ich gerne. Was die Comedians, wie diese neudeutsch heißen angeht, so bin ich doch eher ein Fan der guten alten Komiker. Mein absoluter Favorit ist Karl Valentin, dessen schräger Humor mich aus tiefstem Herzen zum Lachen bringt. Gemeinsam mit Liesl Karlstadt war das ein herrliches Gespann.

Was bringt Sie aus der Ruhe?
J.W.: Ganz schlimm finde ich wissentliches Lügen. Damit kann man großen Schaden anrichten. Auch das „Um den heißen Brei herumreden“ mancher Politiker macht mich nervös. Übertriebene Bürokratie, wo ein kleines Entgegenkommen hilfreich wäre, ist auch ein Faktor, den ich als schwierig empfinde. Genauso, wie manche Menschen neutrale Informationen aufbauschen und unnötig verzerren.

Welche berühmte Persönlichkeit würden Sie gerne treffen?
J.W.
: Silvio Berlusconi würde ich gerne mal fragen, welche Werte er in seinem Leben hat. Mit Helmut Schmidt könnte ich mich sicherlich gut über unsere aktuelle Landespolitik unterhalten und Christiane Hörbiger wäre eine charmante Gesprächspartnerin, die neben einem positiven Auftreten, auch gebildet und attraktiv ist.

Wofür sind Sie am dankbarsten?
J.W.
: Gesundheit ist ein hohes Gut, ohne das ein glückliches Leben nicht realisierbar ist. Ich bin sehr dankbar, dass mich nie schlimmere Krankheiten oder körperliche Einschränkungen gequält haben. Natürlich macht es mich auch glücklich, dass die Wittmann Entsorgungswirtschaft GmbH gut läuft und sich weiterentwickelt.

Welche Pläne und Wünsche möchten Sie in Zukunft verwirklichen?
J.W.
: Ein großes Anliegen war mir immer die optimale Versorgung und Absicherung unserer Mitarbeiter. Viele Beschäftigte arbeiten schon seit ein paar Jahrzehnten für die Wittmann-Gruppe und sind dieser treu verbunden. Außerdem hoffe ich, dass die Kinder meines Sohnes Markus das Unternehmen zu gegebener Zeit mit viel Begeisterung, Engagement und positiven Visionen weiterführen werden.

Herr Wittmann, herzlichen Dank für dieses Gespräch.